Sabina Sieghart Kommunikationsdesign


Designforschungsprojekt Leichte Sprache


Leichte Sprache ist ein Element der barrierefreien Kommunikation. Sie dient der Inklusion von Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geringen Deutschkenntnissen. Mit einem Regelwerk werden Texte so vereinfacht, dass auch Menschen mit einer geringen Lesekompetenz sie lesen können.


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Designforschung der HK Bern
LeiSa Forschungsprojekt, Uni Leipzig
Barrierefreies pdf des Inklusion-Magazins
Regelwerk Leichte Sprache
Seite in Leichter Sprache
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Artikel von Sabina Sieghart aus dem Sammelband „Leichte Sprache“ im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung“, Frank & Timme Verlag, April 2017

Leichte Sprache – Design für alle.
Ein kritisches Statement aus der Designpraxis

Visuelle Übersetzung entscheidet
In der gesprochenen Sprache werden Pausen, Betonung, Mimik und Gestik eingesetzt, um Inhalte erfolgreich zu kommunizieren. In der geschriebenen Sprache übernehmen Design und Typografie die Funktionen des Strukturierens und impliziten Qualifizierens. Jede typografische Entscheidung ist mit einer Konnotation verbunden. Oder wie Hans Peter Willberg sagte: „Jede Gestaltung interpretiert, neutrale Typografie gibt es nicht, so wenig wie es neutrales Sprechen geben kann“ (Willberg/Forssman 1997). Design, Makro- und Mikrotypografie haben großen Einfluss darauf, ob Inhalte ihr Publikum erreichen.

Nach der Zielgruppe fragen
Die gestalterische Umsetzung ist entscheidend für das Gelingen einer barrierefreien Kommunikation. Design fragt immer nach dem Nutzer, analysiert Zielgruppen. Bei der Zielgruppe von Leichter Sprache (LS) sind unter Umständen eine eingeschränkte Sehfähigkeit, geringe Lesefähigkeit, langsamere Wahrnehmung und eine kürzere Konzentrationsspanne zu berücksichtigen. Wie wirkt sich das auf Schriftwahl, Schriftgröße etc. aus? Wenn es um Leser mit kognitiven Einschränkungen geht, gibt es bereits wertvolle empirische Erkenntnisse aus dem Designbereich wie z.B. die DIN 1450 zu Leserlichkeit (2013), die in den Regelwerken zur LS allerdings keinen Eingang gefunden haben. Bei der konkreten Umsetzung, der Gestaltung des Magazins „Kultur inklusive!“ des Bezirks Oberbayern (2015), sollten mit einer Publikation sowohl geübte Leser auf C2-Niveau wie auch eine heterogene Zielgruppe für LS erreicht werden.


Abb 1. Vorarbeiten von Albert-Jan Pool2 zur DIN 1450 Leserlichkeit. Entscheidend ist der Duktus der Schrift. Renaissance-Antiquas sind besser lesbar (ob serif oder grotesk) als klassizistische Schriften.

Was Typografie und Design leisten
Eine erste Übersetzung brachte lange Texte, und das Regelwerk (BMAS 2014) verhinderte ein sinnvolles Layout. Unser Team fand in einem pragmatischen Austausch eine gute Lösung. Wir behandelten die LS wie eine zusätzliche Textebene, bedienten uns also klassischer typographischer Mittel. In der Magazingestaltung, im Editorial Design, gehen wir nie davon aus, dass die Rezipienten alle Texte lesen. Ein Bild und eine Headline erregt die Aufmerksamkeit des Lesers. Daraufhin liest er eventuell den Fließtext. Wir legten in „Kultur inklusive!“ die LS-Texte ähnlich an wie Subheadlines oder Zitate. Sie sind nicht redundant mit dem Text in schwerer Sprache, sondern berichten mit anderen Worten und Schwerpunkten. Die Prüfgruppe von einfachverstehen.de testete das Magazin – und befand es für sehr gut. Bis heute gilt es als Referenzprojekt.


Abb 2. Doppelseite des Magazins „Kultur inklusive!“ (Bezirk Oberbayern 2015). Aus makrotypographischer Sicht ist entscheidend, dass die Textebenen klar unterscheidbar sind. Auf dieser Doppelseite hat man trotz großer Textmengen das Gefühl, drei bewältigbare Blöcke zu sehen: das Inhaltsverzeichnis links, die Textebene in Leichter Sprache sowie die zwei Textblöcke in schwerer Sprache.

Makrotypografie gliedert und organisiert Text, verteilt die Information auf der Fläche und setzt visuelle Akzente. Die räumlichen Anordnungsmuster verschiedener Textarten kehren immer wieder. Die makrotypografische Struktur gibt eine klare Vorinformation über die Textart. Der Leser erkennt anhand der äußeren Form, ohne den Inhalt zu lesen, ob er eine Überschrift, einen Roman, eine Speisekarte oder eine Gebrauchsanweisung vor sich hat.
Mikrotypografie schafft Hierarchien im Text und erleichtert damit den Rezeptions- und Verständnisvorgang. Schriftgestaltung, Schriftart, Schriftmischung, Schriftgröße, Schriftschnitt, Zeichen-, Wort- und Zeilenabstand – diese Parameter müssen für jede Schrift, jede Zielgruppe und jede Lesesituation neu bestimmt werden. Jede Schrift hat zudem eine bestimmte Konnotation, einen Charakter. Wir hatten für das Magazin – übrigens abweichend von den Regeln für Leichte Sprache (BMAS 2014) – eine Serifenschrift verwendet, die „Thesis mix“ mit optimalen mikrotypografischen Einstellungen.


Abb.3 Detail aus der Doppelseite. Die Schrift „Thesis mix“ ist gut lesbar, da die Öffnungen der Buchstabeninnenräume (1) von a, e und s groß gestaltet sind und die Buchstabenformen sich klar unterscheiden (das „a“ hat einen komplett anderen Aufbau als das „o“). Die Serifen (2) helfen zusätzlich die Buchstaben voneinander zu differenzieren und verstärken die Bandwirkung einer Zeile. Neben dem Kontrast von Schrift zu Hintergrund, Mittellänge der Schrift, Strichstärke, Schriftweite und Laufweite ist der optimale Zeilenabstand (3) entscheidend für die Lesbarkeit des Textes.

Anwendung im Digitalen
Makro- und mikrotypografische Anwendungen kommen auch in den digitalen Medien zum Einsatz. Neuere Entwicklungen in der Typografie wie Webfonts (seit 2009) und Variable Fonts (seit 11/2016) verändern momentan die visuelle Gestaltung der digitalen Medien grundlegend. Neue technische Möglichkeiten könnten Anwender von Leichter Sprache in der Praxis unterstützen. Bislang wird im Print- wie im Digitalbereich für Leichte Sprache nur ein ganz schmales Spektrum der typografischen Möglichkeiten genutzt. Das Know-how zu Makro- und Mikrotypografie wird im Regelwerk zur Leichten Sprache (BMAS 2014) nicht erwähnt. Wieso werden in der Praxis nicht sämtliche Erkenntnisse zur typografischen Gestaltung genutzt? Praktiker berichten von geringen Budgets für die unangenehme Pflichtaufgabe LS-Teil. Vieles wird für die Zielgruppe der LS schnell selbst mit Bordmitteln gelöst, wohingegen die Texte in schwerer Sprache von Profis ins Layout gebracht werden. Dabei bräuchte gerade die Zielgruppe, die Schwierigkeiten beim Aufnehmen von Sprache hat, besondere Unterstützung und damit eine attraktive, zum Lesen einladende Gestaltung.

Ein klares Forschungsdesiderat
Wer sich mit der bisherigen wissenschaftlichen Auseinandersetzung zur LS befasst, wird feststellen: Die visuelle Übersetzung, also Typografie und Design, wird schlichtweg nicht berücksichtigt. Es gibt linguistische, sozialwissenschaftliche und IT- Forschungsprojekte, jedoch kein Forschungsprojekt im Designbereich. Hier gibt es ein Forschungsdesiderat: Ein Forschungsprojekt im Designbereich könnte die Disziplinen zusammenbringen und das tradierte Designwissen empirisch überprüfen.

Vom Research-through-Design-Ansatz profitieren alle
Praxisbasierte Designforschung beschäftigt sich mit den Möglichkeiten und Grenzen der visuellen Kommunikation. Sie kann die gestalterischen Implikationen der Kommunikation mit Leichter Sprache erforschen. Der Researchthrough-Design-Ansatz entwickelt, testet und optimiert praktische Anwendungen mit der Zielgruppe. Mit der Hochschule der Künste Bern, die bereits über zehn Jahre Erfahrung in der Designforschung in den Bereichen Health Care Design, Knowledge Visualization und Social Communication verfügt, wollen wir 2017 ein Forschungsprojekt aufsetzen. Artikel mit Literaturverzeichnis als pdf.


Meine Master-Thesis im Studiengang Communication Design, Bereich Design Research an der HKB ist der ausformulierte Forschungsantrag.


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Master Design Research HK Bern
Poster Forschungsprojekt

Zusammenfassung Forschungsprojekt

Angemessenheit des schriftlichen Gebrauchs „Leichter Sprache“ aus linguistischer und visuell-rhetorischer Sicht

Im geplanten Projekt wird das Phänomen „Leichte Sprache“ unter dem Aspekt der Angemessenheit aus linguistischer und typografischer Sicht erforscht.

„Leichte Sprache“ definiert sich als eine verständliche Varietät des Deutschen. Sie entstand in der Praxis mit dem Ziel Barrierefreiheit, Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Lernschwierigkeiten zu ermöglichen. Auch weitere Personengruppen, wie Menschen mit eingeschränkten Deutschkenntnissen oder Demenz, sollen von „Leichter Sprache“ profitieren. „Leichte Sprache“ zeichnet sich durch ein starres Regelwerk aus. Nur wenn die Regeln befolgt werden und eine Prüfgruppe anschließend die Verständlichkeit und Einhaltung der Regeln bestätigt hat, darf der Text als „Leichte Sprache“ bezeichnet werden. Diese Regeln widersprechen jedoch teilweise den Erkenntnissen der Verständlichkeitsforschung, sowie Erfahrungen und Erkenntnissen des Kommunikationsdesigns. Zudem greift das Regelwerk zu kurz, da es weder die verschiedenen Ausgabemedien noch die heterogene Zielgruppe berücksichtigt. Das Verstehen der Texte wird z.T. (unnötigerweise) erschwert und die visuelle Umsetzung der Produkte animiert nicht zum Lesen.

Doch welche Parameter sind entscheidend bei der erfolgreichen Aufnahme von Texten bei dieser Zielgruppe? Wie können daraus allgemein gültige, angemessene Vorgaben entwickelt werden?

1. Theoretische Analyse
These: Kommunikation ist nur dann erfolgreich, wenn sie angemessen ist.
Auf Basis einer gegenstandsbezogenen Explizierung des Sprach- und Kommunikationsideal, sowie des Verstehensziels von Texten in „Leichter Sprache“, werden Texte zunächst aus linguistischer und typografischer Sicht analysiert. Für die linguistische Analyse werden fünf Angemessenheits-dimensionen (adressaten-bezogen, sachlich-inhaltlich, situationsbezogen, senderbezogen, textfunktionsbezogen) untersucht. Die typografische Analyse beschreibt die Angemessenheit der Medienwahl, der Konzeption, und der Gestaltung (Bildwelt, Format, Raster, Makro- und MikroTypografie, Farben, etc.) des Editorial Designs, der Signaletik oder bildschirmgestützter Medien, sowie der technischen Umsetzung und setzt diese Faktoren zu den fünf Angemessenheitsdimension in Bezug.

2. Beispielhafte Anwendung
Im zweiten Teil soll die Praxis eingebunden werden, als Praxispartner und/oder in einem partizipativen Projektaufbau. Ideale Anwendungsfelder für verständliche, angemessene Kommunikation wären Bildungseinrichtungen, Museen, Banken oder Verwaltung. Es können alle Medien (Signalethik, Editorial Design und bildschirmgestützte Medien) verwendet werden.

3. Formulierung von Leitlinien
These: Die Faktoren angemessener Kommunikation mit Leichter Sprache können nur als Leitlinien und nicht als starres Regelwerk formuliert werden.
Für die sprachliche und typografische Gestaltung kann ein praktisch anwendbarer Orientierungsrahmen formuliert werden, der eine Einschätzung der Qualität des gestalteten Textes auf Basis der fünf Angemessenheitsdimensionen ermöglicht. Die besondere Herausforderung besteht in der Berücksichtigung der Multimodalität der Kommunikation.



Das Forschungsprojekt soll 1/2018 starten und ist auf drei Jahre angelegt. Momentan sprechen wir mit möglichen Praxispartnern und suchen Finanzierungsmöglichkeiten.

Projektentwicklung

1. Juli 2017, DGTF-Kolloquium »Design promoviert« in Zürich
Am 1. Juli 2017 habe ich mein Forschungsvorhaben beim Kolloquium der Deutschen Gesellschaft für Designtheorie und -forschung (DGTF) vorgestellt und sehr positives feedback erhalten. Die Fragestellung, die Methoden und der Projektaufbau sollten so umgesetzt werden. Hier geht es zum Programm.



25. April 2017, Vortrag am an der HKB in Bern
Dr. Bettina M. Bock gibt einen Einblick in den aktuellen Stand der linguistischen Forschung zur »Leichten Sprache«. Seit 2014 ist sie Mitarbeiterin im Forschungsprojekt „Leichte Sprache im Arbeitsleben (LeiSA)“ an der Universittät Leipzig. Sie stellt das Studiendesign vor, sowie die spezifischen Anforderungen bei der emprischen Forschung mit der Zielgruppe (Menschen mit geistiger Behinderung und funktionale Analphabeten). Textverständlichkeit und Lesbarkeit sind eine Schnittstelle von Linguistik und Design. Bereits 2016 haben Bettina Bock und Sabina Sieghart eine makrotypographische Studie innerhalb der LeiSa-Studie konzipiert. Im Anschluß an den Vortrag haben wir mit einer ausgewählten Gruppe an Designforschern der HKB den Aufbau des geplanten, interdisziplinären Forschungsprojekt diskutiert.

Dr. Bettina M. Bock forscht im Bereich germanistische Linguistik an der Universität Leipzig und ist Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln. Ab WS 2017/18 hat sie eine Juniorprofessur im Bereich Sprachdidaktik und Inklusion an der Universität zu Köln inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören „Leichte Sprache“, Text- und Diskurslinguistik, Politolinguistik, Stilistik. Mehr zu Bettina M. Bock.


publikationen

April 2017, Veröffentlichung Sammelband
Der Sammelband „Leichte Sprache“ im Spiegel theoretischer und angewandter Forschung erscheint im Frank & Timme Verlag. Er gibt einen guten Überblick zum Stand der Forschung und der Praxis. Mein Beitrag formuliert das Forschungsdesiderat. (siehe oben). Hier geht es zum Buch.

„Leichte Sprache“ aus einer interdisziplinären sowie internationalen Sicht zu ergründen – das ist Anspruch und Ziel dieses Bandes. Theoretische und empirische Ansätze zur Erforschung „Leichter Sprache“ sowie Möglichkeiten der praktischen Umsetzung in verschiedenen Anwendungsfeldern werden dabei gleichermaßen thematisiert. Die Autorinnen und Autoren gehen Fragen der Teilhabeförderung für benachteiligte Zielgruppen nach und diskutieren, wie eine angemessene Anpassung des Sprachgebrauchs in verschiedenen Lebensbereichen gelingen kann. Schwerpunkte sind u. a. Voraussetzungen, Wirksamkeit und Kontexte „Leichter Sprache“, Fragen adressatenorientierten Sprachgebrauchs, funktionale und intentionale Aspekte der Verwendung „Leichter Sprache“ sowie ihre gesellschaftliche Relevanz und Wirkung.



vorstudie

Juli – Oktober 2016, Makrotypografische Vorstudie
In einem Vorprojekt im Rahmen der LeiSa-Studie haben wir untersucht welche Rolle makrotypografische Strukturen bei der Erkennung von Textsorten spielen. In der interdisziplinären Zusammenarbeit haben die Sprachwissenschaftlerinnen Bettina M. Bock und Daisy Lange und die Kommunikationsdesignerin Sabina Sieghart die Fragestellungen aus linguistischer und typografischer Sicht erarbeitet.

Fragestellung
– Inwiefern können die Adressaten „Leichter Sprache“ Textsorten an typografischen Merkmalen erkennen/unterscheiden?
– Nutzen sie typografische Merkmale für einen Zugang zum Text/zum Textverstehen?
– Ist die textsortenunspezifische „Leichte Sprache“-Typografie (dys-)funktional im Hinblick auf das Textverstehen?
Wir haben typischer Textsorten mit markanter Makrotypografie, sowie prototypische Gestaltungen aus dem Textkorpus Leichte Sprache ausgewählt. Darauf aufbauend haben wir Prototypen mit Blindtext und verfremdeten Bildern gestaltet. In der Pilotierung wurde mit einer nicht-beeinträchtigter Gruppe überprüft in welchem Maß die ausgewählten Stimuli prototypische Textsorten-Assoziationen auslösen. In der Prüfgruppe wurde mit einer offenen, leitfadengestützte Befragung erfasst, ob der Proband die Textsorte erkannt hat.

Erkenntnisse
Die detaillierte Auswertung der Ergebnisse steht noch aus. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen das textsortenädequate Makrotypografie die Verstehensleistung bei der Zielgruppe befördert. Der Versuchsaufbau hat sich als praktikabel und zielführend bewährt. Das Vorprojekt ist ein Baustein in den Untersuchungen zur Relevanz der Typografie bei der schriftlichen Kommunikation mit Leichter Sprache. Die gute Zusammenarbeit führte zu dem hier vorgestellten gemeinsamen Forschungsvorhaben. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse in einer typografischen Fachpublikation und einer linguistischen Zeitschrift sind geplant.


praxisprojekte

Magazin Kultur Inklusive, 2015
Erster Kontakt mit Leichter Sprache und Auslöser für das Forschungsprojekt war das Magazin für den Bezirk Oberbayern. Hier geht es zum Projekt.


Ausschreibung Galerie Bezirk Oberbayern, 2017
Die Galerie Bezirk Oberbayern fokusiert seit 2012 auf Kunst und Inklusion. Bildende Künstler mit und ohne Behinderung stellen gemeinsam aus und gestalten ihre Ausstellung so, dass sie auch für Menschen mit Einschränkungen erlebbar werden kann. Die inklusive Kunstvermittlung umfasst Tastführungen, Ausstellungstext in Braille-Schrift, gebärdenunterstützte Veranstaltungen, Führungen und Ausstellungstexte in Leichter Sprache, sowie Kreativworkshops für Schulklassen und Kindergruppen mit und ohne Handicap.

Um Künstler mit Einschränkungen für die Ausstellungen zu gewinnen, wurde 2014 eine Ausschreibung in Leichter Sprache gestaltet. Leider funktionierte sie nicht wie gewünscht. 2017 haben wir sie umgestaltet. In enger Zusammenarbeit mit der Galerieleitung, der Übersetzerin und der Grafik entstand die neue Ausschreibung. Der partizipative Projektaufbau hat die Zielgruppe von Anfang an einbezogen. Die Resonanz auf die neue Gestaltung ist sehr gut. Hier finden Sie ein Vorher-Nachher-pdf mit der Dokumentation der Arbeitsschritte.